Lithoscope (Bewehrungssuche)
08.12.2011 09:59 | Anwendungstechnik
Die Bewehrungssuche mittels Lithoscope gehört zu den zerstörungsfreien Messverfahren, es basiert auf der Messung elektromagnetischer Wellen. Ein Sender erzeugt über eine Spule eine Induktionsspannung. Die Größe der Spannung gibt Aufschluss über den Anteil und den Abstand von magnetisierbarem Material im Messfeld. Der Messkopf des Lithoscope speichert die Messdaten des elektromagnetischen Feldes und das Führungsrad misst parallel dazu die mit dem Messgerät zurückgelegte Strecke. Somit erhält man auf dem Gerät und alternativ bei Speicherung der Daten auf einem Laptop die Datenwerte als Verlaufsdiagramm ausgegeben. Jeder Peak des Diagramms lässt die Lage eines Bewehrungsstabes vermuten, dicht nebeneinander liegende Stäbe beeinflussen die Messkurven untereinander.
Ein Lithoscope ist geeignet zur Ortung der Lage und des Verlaufs oberflächennaher Bewehrung und zur Tiefenbestimmung. Bei mehrlagiger Anordnung von Bewehrungsstählen in tieferen Schichten ist dieses Verfahren aber sehr ungenau. Vorab muss ein geschätzter Stabdurchmesser eingegeben werden, der später in der Auswertesoftware nochmals korrigiert werden kann. Es sollte immer eine begleitende zerstörende Freilegung der Bewehrung erfolgen, um den Stabdurchmesser genau bestimmen zu können und begleitende Untersuchungen durchführen zu können (zB. Phenolphtaleintest).
Auf den Messwert nehmen unter anderem die Stahlart, kreuzende und parallel liegende Bewehrung, Feuchtigkeit des Betons, Zuschlagstoffe und die Temperatur Einfluss. Bewehrungsmatten, die im Werk mit magnetischen Hebearmen transportiert wurden, beeinflussen das gemessene elektromagnetische Feld; ebenso nehmen geschweißte Stähle Einfluss auf das Ergebnis. Die Genauigkeit der elektromagnetischen Messung liegt bei ca. ± 4%. Die statistische Auswertung erfolgt nach dem Merkblatt des „Deutschen Betonvereins“.
Messablauf: Zur Kalibrierung wird das Messgerät in die Luft gehalten, um störende magnetische Wellen auszuschließen. Am Beispiel zur Untersuchung eines Stahlbetonbalkens wird die Messung wurde von links der begonnen und dann langsam nach rechts geführt. Die aufgenommenen Messdaten werden auf einem Laptop zwischengespeichert und anschließend mit Hilfe der Herstellersoftware ausgewertet. Auf der aufgenommenen Messlinie wird die Lage der senkrechten Bügel wiedergegeben.
Um die Lage der Langeisen zu orten, wird bei einer zweiten Messung von unten über die gesamte Breite des Balkens gemessen und in der dritten Messung über die gesamte Höhe. Zur Messung der Randzonen kann eine Plexiglasplatte angelegt werden, um die Messstrecke weiterhin korrekt wiedergeben zu können.

Die Bewehrungssuche erfolgte am Untersuchungsbeispiel mittels Lithoscope. Die X-Achse der Verlaufsdiagramme gibt die abgefahrene Wegstrecke in Metern an, wobei die Y-Achse die Tiefenlage der gemessenen Bewehrungsstähle angibt. Bei einem Peak liegt der Messpunkt genau über einem Bewehrungsstab, entfernt sich die Messsonde vom Peak, nimmt die Messkurve parabelförmig ab. Bei dicht beieinander liegenden oder sich kreuzenden Bewehrungsstäben beeinflussen sich die Messkurven gegenseitig, so dass die Parabel nicht auf die maximale Messtiefe abfällt. Bei übereinander liegenden Bewehrungslagen lässt sich nur die obere Lage (bzw. bei Versatz nur mit gegenseitiger Beeinflussung) messen.
Abfahren der Messstrecke mit dem Lithoscope


